| (14./ 15. Jhd) Im Verlaufe des 14ten Jahrhunderts begegnen uns in Bild, Schrift und bis heute erhaltenem Original zunehmend reich verzierte Hauswäschestücke aus weissem Tuch, die mit eingewebten Mustern verziert sind. Diese sind Teil einer Kultur, die uns heute, mit aus dem Kaufhaus stammenden Tischdecken und Handtüchern, fremd ist, unseren Grosseltern aber teilweise noch bekannt: die der verzierten, repräsentativen Bett-und Tischwäschestücke. Erhaltene Aufzeichnungen von Personen aus dem 14ten Jahrhundert bestätigen den großen Wert, den diese sauberen, glatten und feinen Wäschetücken zumaßen; zu diesen gehörte einerseits das Bettziechen, Bezüge und Tücher für die Bettstatt also, als auch Handtücher und Tischdecken. |
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Die Decken und Handtücher weisen unterschiedliche Bindungsarten auf, wobei der Rauten-und Diamantköper dominiert, und sind mittels eingewebten geometrischen Formen oder Tiermustern aus blaugefärbtem Baumwollgarn in Brokat und Damasttechnik ("damaskate") verziert. Tischwäsche war durch alle Schichten hindurch verbreitet, Inventare um 1500 aus Nürnberger Bürgherhäusern nennen größere zweistellige Zahlen an Tischtüchern verschiedener Art. Lange Handtücher der vorliegenden Art wurden in Nürnberg als "Umleg" bezeichnet. Die Tischwäsche wurde regelmässig gewaschen, gebleicht, gemangeltund gestärkt, hierfür waren in Nürnberg verschiedene Hnadwerksbetriebe zuständig, von denen sich einige auf der Insel Schütt befanden. Eine Taxordnung aus dem späten 15ten Jahrhundert aus Nürnberg nennt für ein 4 Ellen langes solches Umleg einen Lohn von einem Pfennig für Waschen, Bleichen und Mangeln.
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(In unserem Besitz seit 11/2009 / Stand 16.04.2012) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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