(15.Jhd. (und später)) Zu den alltäglichen und berufsspezifischen Gefäßen aus Bronze, die ob ihres Materials und Fertigung, wie z.B. auch die Bronzegrapen , relativ teuer waren, gehören auch die spätestens ab dem 15ten Jahrhundert primär bei Apotheken belegbaren Bronzemörser.
Diese wurden vermutlich ob der zu zerstossenden, oft kristalinen Stoffe, gegenüber den wahrscheinlich in Küchen vorherrschenden Steinmörsern bevorzugt.
Die Mehrzahl der erhaltenen Mörser zeigt ein relativ einheitliches Formenspektrum mit einigen typischen Zierlementen, wie etwa Tierpfoten am Standfuss, desweiteren umlaufende Zierlemente mit Gravuren. Mörser dieses Typs waren bis weit in die Neuzeit im Gebrauch.
Dieser Mörser gleicht in der Form verschiedenen erhaltenen Mörsern, insbesondere einem Stück aus Nürnberg, heute im Germanischen Nationalmusem, datiert auf 1482, ist jedoch von einfacherer Ausführung.
Er ist aus Bronze gefertigt, und weisst einen zylindrischen, leicht konischen Korpus mit umlaufenden Bandverzierungen auf, und zzei kantige Henkel. Der Stössel ist ebenfalls aus Bronze gegossen und weisst ebenfalls umlaufende Zierbänder auf, ein ähnliches Exemplar ist ebenfalls in den Beständen des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (datiert grob auf das 15./16.Jhd).
Derartige Mörser, häufig mit den schon von Bronzegrapen bekannten Tierpfoten am Standboden verziert, insbesondere mit einzelnem Henkel, finden sich im ganzen süddeutschen Raum. Abbildungen zeigen verschiedene Formen mit oder ohne Henkel.
Legende zu Abbildungen rechts:
Mörser, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv. Nr. Ph.M. 3512. Bronze. Datiert 1482 (Jahreszahl auf umlaufenden Band)
Stössel, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv. Nr. HG 2394. Bronze
Mörser aus den Beständen des Dommuseums Salzburgt, Österreich. Bronze, 15.Jhd
Mörser und Apothekergefäße aus Bronze, Nürnberg, Germanisches Nationalmusem, 15./16.Jhd
Bei dem Stück handelt es sich ein vermutlich aus dem 19ten Jahrhundert stammendes Exemplar, das wir privat erstanden haben.
(In unserem Besitz seit 11/2006 / Stand 23.04.2009)
Das Hausbuch der Mendelschen Zwölfbruderstifung
Die Abbildungen des Hausbuches der mendelschen Zwölfbruderstifung aus Nürnberg, frühes 15tes bis frühes 16tes Jahrhundert, zeigt vielerlei Handwerksberufe und ihre verwendeten Werkzeuge sowie Produkte, und stellt eines der bedeutensten Werke des Spätmittelalter in Bezug auf Handwerk, speziell in Nürnberg, dar.
Mörser, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv. Nr. Ph.M. 3512