| (ca. 2. Viertel 13tes bis 2. Viertel 14tes Jhd.) Bereits seit der Antike ist die männliche Oberbekleidung durch ein Kleidungsstück geprägt: dem Kittel. Auch "Tunika" genannt erscheint dieses in verschiedener Form bis in die frühe Neuzeit hinein, und wird erst im Zuge der stärker Moden unterworfenen, maßgeschneiderten Kleidung des späten Mittelalters zunehmend verdrängt. Jenseits dessen bleibt er dennoch noch längere Zeit bei der arbeitenden Bevölkerung in Gebrauch. |
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Der im Grunde rechteckige Zuschnitt konnte aus einer Bahn bestehen, wodurch keine angeschrägten Schultern möglich waren, und wurde durch eine variierende Anzahl von eingesetzten Dreiecken ab Achsel oder Hüfte erweitert. Zentral (hinten udn vorne) konnte ein Schlitz des Gehen, oder Reiten erleichtern. Auch der Ärmelschnitt konnte verschiedene Formen besitzen: die einfachste Form ist ein an den Torso angesetztes Rechteck, wesentlich moderner, aber bereits schon lange vor dem 13ten Jahrhundert nachweisbar sind runde Armkugeln. Mit der ab der Mitte des 13ten Jahrhundert von Frankreich ausgehenden Mode des eng anliegenden Unterarmes wurden verschiedene Lösungen gesucht, diesen verschliessbar zu machen: zunächst sind einfache, umzuklappende geschlitze Unterarme nachweisbar, die später geknöpfen Ärmeln weichen (-> Kittel mit geknöpften Unterarmen), für die spätestens aus praktischen Gründen die Naht an die Armhinterseite verlegt werden musste. Ab dem 14ten Jahrhundert diktiert die Mode des körpernahen Zuschnittes einen Verschluss für den Torso, auf Grund dessen der Kittel schliesslich mit Knöpfen, Nesteln oder Haken und Ösen verschlossen wird, wodurch die Cotehardie (-> Herrencotehardie , -> Kurze Cotehardie ) entsteht. Entwicklungslinie des Kittels von der ersten Hälfte des 13ten Jahrhunderts an:
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(In unserem Besitz seit 08/2008 / Stand 09.06.2010) | ||||||||||||||||||||
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