Lager und Einrichtung - Bett

Bett aus Lärchenholz
Detail der HanfseilbespannungDetail der Pfostenkonstruktion
(ca. 13-16 Jhd.)
Über die genaue Konstruktion mittelalterlicher Betten ist uns, bis auf wenige erhaltene Exemplare, wenig definitives bekannt. Wahrscheinlich sind zwei Konstruktionen: eine Seilbespannung als Basis, wie sie Betten kurz vor, um und nach 1500 aufweisen, oder eine verzapfte Lattenbasis, wie es etwa der Osebergfund aus dem 10ten Jahrhundert aufweist.
Auch der genauere Aufbau der Matratze lässt sich nur bedingt sicher auf Basis von Texten, Abbildungen und späteren Originalen erschliessen.
Wahrscheinlich sind Unterbetten aus Stroh-, Heu- oder auch daunengefüllte Matratzen mit Schichten aus Wolle und Leinen darüber. Abbildungen besonders im herrschaftlichen Umfeld zeigen gemusterte, eventuell bestickte, pelzgefütterte Decken, die laut Rechnungen auch, wie auch Kissen, daunengefüllt sein konnten. Charakteristisch ist die kurze Länge der Betten, die mit der fast sitzenden Position im Mittelalter zu begründen ist.
Rechnungen und Testamente aus dem späten Mittelalter weisen besondere Erwähnungen des oft gemusterten Bettleinens, auch Ziechen genannt, auf, und erklären die Vorliebe für sauber gewaschene, und fein säuberlich glatt zusammengelegtes Bettleinen in den Städten.
 

Vorlage

Dieses Bett wurde auf Basis verschiedener Vorlagen gefertigt, insbesondere spät-bzw. nachmittelalterliche Originale als auch Gemälde um und vor 1500. Form und grobe Konstruktion sind jedoch bereits seit dem 13ten Jahrhundert in zahlreichen Gemälden nachweisbar, während der genaue Innenaufbau spekulativ verbleibt, und nur anhand früherer Exemplare, und regional weit gestreuten Quellen erschlossen werden kann.
Es ist aus Lärchenholz gefertigt, und aus Transportgründen, anders als die Originale, zerlegbar, da die Wangen mit Zapfen in die Pfosten eingefügt sind, und mit versteckten Holzstiften durch die Pfosten gesichert sind.
Die Maße entsprechen bis auf die Höhe der Pfosten den erhaltenen Originalen und Abbildungen.

Eine Arbeit von Kim Wich-Glasen.
Detail aus der Schillingchronik (zweite Hälfte 15tes Jahrhundert)
(In unserem Besitz seit 06/2006 / Stand 12.06.2010)
 

Quellangaben

SchillingchronikBerner Chronik oder Schlinngchronik, eine von Diebold Schilling dem Älteren verfasste Chronik der Burgunderkriege, ca. 1474-83.
Bett von Sir Rhys ap Thomas of DynefwrBett mit Strickkonstruion, ca. 1505
Bett mit Strickkonstruktion, 16JhdBett mit Strickkonstruktion, 16Jhd, Saffron Walden, England.
Andreas DoptychonByzantinische Elfenbeinschnitzerei, Victoria and Albert Museum, 13tes Jahrhundert. Transport eines Bettes mit Strickkonstruktion.
Geburt ChristiBuchmalerei, Graz, Österreich, 1200-50. Universitätsbibliothek Steiermark cod. 287 ; fol. 12r. Maria auf roter, bestickter(?) Decke mit Jesuskind in rotkarierter Wicklung.
Geburt Christi und Verkündigung an die HirtenFederzeichnung, 1200-50, Österreich, Stiftsbibliothek ; cod. 66 ; fol. 67v. Bettdarstellung mit rotgemustertem Kissen.
Traum des AutorsKolorierte Ederzeichnung, 1200-1250, Wien, Österreichische Nationalbibliothek ; Cod. 858 ; fol. 8r. Bett mit Weiden(?)-geflecht und verzierten Bettpfosten.
Bett, 16. JhdBett aus dem Weald/ Downland Museum, ca. frühes 16 Jhd.
Gokstad BettBett aus dem Funeralschiff von Gokstad, 10. Jhd.
Geburt MariäGeburt Mariä Meister des Hegbrechter Altars, Oberschwaben, ca. 1500 in: Freiburg, Augustinermuseum, Inv.Nr.11554
Fresken in der Basilika San Francesco , spätes 13tes JahrhundertFresken in der Basilika San Francesco (Grablegungskirche des heiligen Franziskus von Assisi) von Giotto di Bondone, spätes 13tes Jahrhundert
 

Empfohlene Literatur


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. Die Welt der Schweizer Bildchroniken .
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Die Welt der Schweizer Bildchroniken
Carl Pfaff, Edition91
Hervorragendes Buch über die Schweizer Bildchroniken aus den Jahren 1470 bis 1515, mit Übersicht spätmittelalterlichen Lebens in der Schweiz und guten Quellen zu süddeutscher Mode.
3905515017 (German)
 

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